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UDSP · Plattformdokumentation

Urban Data Space Platform

Eine offene, modulare Plattform für die Erfassung, Verwaltung, Vernetzung und Nutzung urbaner Daten — basierend ausschließlich auf offenen Standards und Open-Source-Komponenten.

Überblick

Die Urban Data Space Platform, kurz UDSP, ist eine modulare technische Plattform, mit der Organisationen Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen, bereitstellen und für konkrete Anwendungen nutzbar machen können. Sie verbindet Datenintegration, Speicherung, Zugriff, Visualisierung und Veröffentlichung in einer gemeinsamen Architektur.

Die UDSP ist nicht einfach nur ein einzelnes Fachverfahren oder ein Dashboard-Werkzeug. Sie ist eine technische Plattformschicht, die unterschiedliche Dienste zusammenführt. Dazu gehören unter anderem Integrationswerkzeuge, Datenhaltung, Identitäts- und Rechtemanagement, Geodatenbereitstellung, Visualisierung und Open Data.

Die Plattform ist auf die digitalen Anforderungen städtischer und kommunaler Akteure zugeschnitten und deckt den gesamten Lebenszyklus von Daten ab: von der Anbindung über die Verarbeitung und Speicherung bis zur Analyse, Veröffentlichung und Ausspielung. Sie wird vollständig auf Open-Source-Basis betrieben und in der Regel auf einer Kubernetes-Infrastruktur bereitgestellt.

Ein zentrales Architekturprinzip ist die einmalige Anbindung von Datenquellen. Daten aus Sensorik, Fachverfahren, APIs, Datenbanken, Dateien oder Geodatenquellen werden nicht für jede Zielanwendung separat integriert, sondern in der Plattform harmonisiert und anschließend mehrfach nutzbar gemacht. Dadurch sinken Integrationsaufwände, Datensilos werden vermieden und die Wiederverwendung für Verwaltung, Öffentlichkeit und Partner wird deutlich einfacher.

Schematische Darstellung der Urban Data Space Platform mit Stadtmodell, Plattformschicht und Informationsmodell
Architektur
Modular, komponentenbasiert und auf kommunale IT-Landschaften ausgerichtet
Technologiebasis
Open Source, FIWARE-orientiert und an offenen Standards ausgerichtet
Betriebsmodell
Cloud-agnostisch und grundsätzlich auch in kommunalen oder externen Rechenzentren betreibbar

Was die UDSP im Kern leistet

Die UDSP verbindet heterogene Datenquellen zu einem einheitlichen Datenökosystem. Typische Aufgaben der Plattform sind:

Plattformarchitektur statt Insellösung

  • Daten aus unterschiedlichen Quellsystemen anbinden
  • Daten technisch und semantisch vereinheitlichen
  • Datenqualitätsprüfungen, Plausibilisierung und Fehlerpfade in Integrationsstrecken abbilden
  • Daten in geeigneten Strukturen speichern
  • Daten als versionierte und nachvollziehbare Datenprodukte bereitstellen
  • Daten über APIs, Dashboards, Karten und Kataloge bereitstellen
  • Zugriffe, Rollen und technische Zuständigkeiten steuern

Wie Daten durch die Plattform laufen

1. Rohdaten aufnehmen

Sensorik, Fachverfahren, externe APIs, Datenbanken und Dateien werden über standardisierte Integrationsmuster in die Plattform eingebunden.

2. Daten strukturieren und absichern

Daten werden validiert, auf gemeinsame Modelle abgebildet, Datenräumen zugeordnet und in geeigneten Speichern abgelegt.

3. Datenprodukte bereitstellen

Veredelte Datenprodukte werden über APIs, Dashboards, Karten, Open-Data-Portale und Fachanwendungen nutzbar gemacht.

Die Plattform folgt dabei einer mehrstufigen Datenlogik:

  • Rohdaten werden verlustfrei aus Quellsystemen entgegengenommen.
  • Informationen entstehen durch Validierung, Strukturierung, Anreicherung und semantische Zuordnung.
  • Wissen entsteht durch anwendungsfallspezifische Verdichtung, Aggregation und Verschneidung zu nutzbaren Datenprodukten und KPIs.

Stacks und Komponenten

Die Plattform ist in logische Einheiten gegliedert, sogenannte Plattform-Stacks, die jeweils eine klar abgegrenzte Funktion erfüllen und über standardisierte Schnittstellen wie NGSI-LD, OGC, REST und MQTT miteinander kommunizieren. Diese Stacks können unabhängig voneinander konfiguriert und deployt werden.

Jeder Stack setzt sich aus unterschiedlichen Open-Source-Komponenten zusammen. Für Integration und Verarbeitung ist Node-RED als Urban ETL-Toolbox zentral. Für Datenhaltung spielen der Stellio Context Broker, PostgreSQL mit TimescaleDB und PostGIS sowie S3-kompatibler Objektspeicher eine wichtige Rolle. Für Nutzung und Bereitstellung kommen je nach Zielbild unter anderem Grafana, Superset, GeoServer, Masterportal und CKAN zum Einsatz.

Details dazu finden sich im Bereich Architektur.

Datenräume

Ein zentrales Konzept der UDSP sind Datenräume: thematisch abgegrenzte Bereiche mit eigenen Daten, Ressourcen und Zugriffsrechten. Datenräume ermöglichen es, verschiedene Nutzungskontexte — z.B. Mobilität, Umwelt, Infrastruktur — innerhalb einer Plattforminstanz klar zu trennen.

Mehr dazu steht im Architekturteil beim Datenraumkonzept.

Offene Standards

Die UDSP setzt auf etablierte, offene Standards:

StandardVerwendung
NGSI-LDKontextdaten, semantische Beschreibung
OGC SensorThings APISensor- und IoT-Daten
OGC APIsGeodaten, Features, Maps
OpenID Connect / OAuth2Authentifizierung und Autorisierung
DCAT-AP.deDatenkatalogisierung und Metadaten

Die konsequente Nutzung offener Standards unterstützt Interoperabilität, digitale Souveränität und die kontrollierte Nachnutzung der Plattform in unterschiedlichen kommunalen Kontexten.

Weiterführende Einstiegspunkte